« Staunen ist der erste Grund der Philosophie. » Aristoteles
Posts mit dem Label Reinkarnation - Christentum - Wissenschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Reinkarnation - Christentum - Wissenschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Buch zum Thema Reinkarnation - Christentum - Wissenschaft
Zum Thema Reinkarnation gibt es ein grundlegendes Werk, dass die Harmonie dieser Lehre mit der Wissenschaft und der Bibel aufzeigt. Überraschend ist, entgegen der weitverbreiteten Meinung, die Bibel spreche nicht von der Reinkarnation, dass in ihr genügend Belege für Karma und Reinkarnation zu finden sind. Ein gründliches Umdenken ist angesagt!
Jetzt erst wird die christliche Erlösungslehre voll verständlich. Denn die zukünftige Auferstehung des Menschen beendet das Reinkarnationsgeschehen.
Interessiert am Buch?
DAS RÄTSEL DER HEILIGEN
Wer sich etwas näher mit christlichen Mystikern und Heiligen beschäftigt, dem kann auffallen, daß sie schon in ihrer Kindheit für ihre spätere Laufbahn prädestiniert sind.
Zwar ist es bei jedem Menschen der Fall, daß Ursachen aus früheren Leben die Ausgangsbasis des gegenwärtigen bestimmen, aber Gesetzmäßigkeiten, die für alle Menschen gelten, sind bei herausragenden Persönlichkeiten ausgeprägter und deshalb klarer zu erkennen als beim Durchschnittsmenschen. Bei den Heiligen kommt ein weiterer Faktor hinzu. Das Streben der Heiligen ist weltabgewandt. Sie suchen ihr Glück nicht in Vergnügungen und Zerstreuungen wie der Weltmensch, sondern in der Einswerdung mit Gott, wozu eben die konzentrierte Ausrichtung aller Seelen- und Geisteskräfte auf dieses Ziel notwendig sind.
An wenigen Beispielen, die aber um viele vermehrt werden könnten, soll nun gezeigt werden, wie genannte Ausrichtung auf Gott bei Heiligen in frühester Jugend, ja sogar Kindheit zum Tragen kommt.
Das ist insofern "unnormal" und naturwidrig, da Kindheit und Jugend das Immer-mehr-zur-Welt-kommen, das immer bessere Be- und Ergreifen der Welt zum Inhalt haben. Die Kirchen "erklären" denn auch das Phänomen der Heiligen als "besondere" Gnade Gottes. Gott jedoch ist allen Menschen gnädig und nicht einigen besonders. Jeder Mensch wird im Kreise der Götter aufgenommenen, ganz gleich welche Untaten er begangen haben mag, wie weit er sich von Gott entfernt hat, wenn er nur den Wunsch hat zurück zu Gott zu kehren und den Weg zurück auch wirklich beschreitet, d.h. sein Leben entsprechend orientiert.
Dagegen liefert die Reinkarnationslehre eine völlig befriedigende Erklärung. Nach ihr ist das Leben der Heiligen eine Fortsetzung eines vorhergehenden Lebens, das bereits einem intensivem Streben nach Heiligung, nach Vervollkommnung gewidmet war. Einen fast in die Augen springenden Hinweis auf eine solche Vorinkarnation gibt die Heilige
Katharina von Siena (1347-1380)
Als sie sechs Jahre alt war , hatte sie ihre erste Christusvision. Von dieser Stunde an war sie völlig verändert: Man merkte nichts Kindliches mehr an ihr, sondern sie übte sich im Gebet, im Schweigen und der Abhärtung des Körpers. Einige Mädchen ihres Alters sammelten sich um sie, um nach ihrer Anleitung zu beten und zu leben.
In dieser Zeit hatte sie, wie sie später ihrem Beichtvater gestand, allein durch geistige Schau von Leben und Taten der ersten christlichen Einsiedler in Ägypten gewußt, deren bekanntester der Hl. Antonius (Mitte des dritten Jahrhunderts lebend )war.
Auch Schauungen sind nicht zufällig und so ist es durchaus denkbar, daß es sich bei Katharina von Siena um die Reinkarnation eines der Wüstenväter handelte, wie die christlichen Eremiten in Ägypten auch genannt wurden. Dafür spricht auch , daß sich Katharina bereits mit sieben Jahren gelobte als Jungfrau zu leben. Dieses monastische Ideal wurde von ihr mit einer solchen Festigkeit und Konsequenz vertreten, die keinen Zweifel daran lassen, daß hier Impulse aus früheren Leben weiterwirkten.
Ihren Entschluß setzte sie gegen den Willen ihrer Eltern durch (was dazumal viel mehr bedeutete als heute), die sie mit zwölf Jahren verheiraten wollten. Sie schnitt sich selbst die Haare ab, um dem Ansinnen der Eltern zu widerstehen. Es ist nicht nötig, hier das weitere Leben der Hl .Katharina von Siena zu schildern, da es nur darum geht, in der Kindheit aufzuzeigen, wie hier Persönlichkeitskräfte wirksam sind, die so überhaupt nicht kindgemäß sind und deshalb von woanders herrühren müssen.
Ein weiteres Beispiel dafür ist der christliche Sadhu
Sundar Singh (1889 - ?),
der auf seiner Europareise in den zwanziger Jahren wegen seiner Christusähnlichkeit bei vielen Menschen einen unauslöschlichen Eindruck hinterließ.
Mit sieben Jahren kannte er bereits die gesamte Bhagavadgita auswendig. Aber weit bemerkenswerter ist, daß er bereits in diesem Alter ein Gottsucher war. Diese Suche gewann eine schier unerträgliche Intensität, die, da bisher nicht zu einem Ergebnis führend, am 18.12.1904 (Im Alter von 15 Jahren) in dem herausfordernden Entschluß gipfelte, seinen Kopf auf die Schienen zu legen, sobald der Fünfuhrzug vorüberkam, wenn Gott sich ihm nicht endlich offenbare. Er verbrachte die Nacht im Gebet, in der Hoffnung Frieden zu finden.
Um halb fünf Uhr gewahrte er ein großes Licht, so daß er dachte, das Haus stünde in Flammen. Und dann erschien ihm im Licht Jesus Christus. Das bedeutete für ihn den entscheidenden Durchbruch, denn von diesem Augenblick an verlor er niemals wieder den inneren Frieden, auch nicht in den schlimmsten Situationen, und fortan lebte er in beiden Welten, der sichtbaren und der für die Mehrzahl der Menschen noch verborgenen Wirklichkeiten. Wunder begleiteten von nun an sein Leben als natürliche Folge dieses Geschehens.
Eine Wiedergeburt im Sinne des Bewußtwerdens des Ewigen im Menschen und einer daran knüpfenden Orientierung, behaupten auch viele Christen erlebt zu haben. Es gibt auch keinen Grund, daran zu zweifeln, und doch sind die Auswirkungen bei ihnen unvergleichlich geringer. Das könnte entmutigen, wenn man nicht wüßte, daß sie eben auch nicht mit solcher Inbrunst wie die Heiligen nach göttlichem Leben gestrebt haben. Es sind nach den Worten Jesu die Starken, die das Himmelreich an sich reißen . Der Sadhu gehörte zu ihnen. Die Wurzel für dieses intensive Streben ist auch bei ihm nicht im bekannten Erdenleben zu suchen.
Einen ähnlichen Durchbruch in andere Dimensionen gelang auch
George Fox (1624-1690),
der Initiator jener Bewegung, die als die "Quäker" bekannt wurde.
Als Kind war er bereits ungewöhnlich ernst und von großer Stetigkeit im Denken und Fühlen. Im einundzwanzigsten Jahr, nach großer innerer Bedrängnis, fühlte er sich wie neu geboren. Ihm schien, als habe sich nicht nur sein Gesichtsausdruck, sondern der ganze Körper gewandelt und neu geformt. Ins Tagebuch schrieb er: "Jetzt war ich geistig durch das flammende Schwert hindurch in Gottes Paradies gekommen. Alles war neu geworden, und die ganze Schöpfung strömte für mich einen anderen Geruch als zuvor aus, was wahrlich unsagbar war. Ich kannte nur noch Reinheit und Unschuld und Rechtschaffenheit, denn ich war durch Jesum Christum zum Bilde Gottes wiedergeboren worden, zum Zustande Adams vor seinem Sündenfall." Fortan wirkte Fox in großer Geisteskraft. Auch hier begleiteten zahlreiche Wunder sein Leben.
Es lohnt sich weitere Heiligenbiographien auf Impulse zu untersuchen, die nicht aus dem gegenwärtigen Erdenleben stammen können. Noch besser ist es allerdings unsere Lebensausrichtung zu überdenken. Denn wenn wir nicht heil nach Seele und Leib - also Heilige - werden, wird das "Rad der Geburten", wie der Wechsel von einem Erdenleben zum anderen genannt wird, sich weiter drehen und unter dem Vorzeichen des Leides stehen.
© M. R.
http://geheimnisdesmenschen.blogspot.com/2008/06/buch-zum-thema-reinkarnation.html
Zwar ist es bei jedem Menschen der Fall, daß Ursachen aus früheren Leben die Ausgangsbasis des gegenwärtigen bestimmen, aber Gesetzmäßigkeiten, die für alle Menschen gelten, sind bei herausragenden Persönlichkeiten ausgeprägter und deshalb klarer zu erkennen als beim Durchschnittsmenschen. Bei den Heiligen kommt ein weiterer Faktor hinzu. Das Streben der Heiligen ist weltabgewandt. Sie suchen ihr Glück nicht in Vergnügungen und Zerstreuungen wie der Weltmensch, sondern in der Einswerdung mit Gott, wozu eben die konzentrierte Ausrichtung aller Seelen- und Geisteskräfte auf dieses Ziel notwendig sind.
An wenigen Beispielen, die aber um viele vermehrt werden könnten, soll nun gezeigt werden, wie genannte Ausrichtung auf Gott bei Heiligen in frühester Jugend, ja sogar Kindheit zum Tragen kommt.
Das ist insofern "unnormal" und naturwidrig, da Kindheit und Jugend das Immer-mehr-zur-Welt-kommen, das immer bessere Be- und Ergreifen der Welt zum Inhalt haben. Die Kirchen "erklären" denn auch das Phänomen der Heiligen als "besondere" Gnade Gottes. Gott jedoch ist allen Menschen gnädig und nicht einigen besonders. Jeder Mensch wird im Kreise der Götter aufgenommenen, ganz gleich welche Untaten er begangen haben mag, wie weit er sich von Gott entfernt hat, wenn er nur den Wunsch hat zurück zu Gott zu kehren und den Weg zurück auch wirklich beschreitet, d.h. sein Leben entsprechend orientiert.
Dagegen liefert die Reinkarnationslehre eine völlig befriedigende Erklärung. Nach ihr ist das Leben der Heiligen eine Fortsetzung eines vorhergehenden Lebens, das bereits einem intensivem Streben nach Heiligung, nach Vervollkommnung gewidmet war. Einen fast in die Augen springenden Hinweis auf eine solche Vorinkarnation gibt die Heilige
Katharina von Siena (1347-1380)
Als sie sechs Jahre alt war , hatte sie ihre erste Christusvision. Von dieser Stunde an war sie völlig verändert: Man merkte nichts Kindliches mehr an ihr, sondern sie übte sich im Gebet, im Schweigen und der Abhärtung des Körpers. Einige Mädchen ihres Alters sammelten sich um sie, um nach ihrer Anleitung zu beten und zu leben.
In dieser Zeit hatte sie, wie sie später ihrem Beichtvater gestand, allein durch geistige Schau von Leben und Taten der ersten christlichen Einsiedler in Ägypten gewußt, deren bekanntester der Hl. Antonius (Mitte des dritten Jahrhunderts lebend )war.
Auch Schauungen sind nicht zufällig und so ist es durchaus denkbar, daß es sich bei Katharina von Siena um die Reinkarnation eines der Wüstenväter handelte, wie die christlichen Eremiten in Ägypten auch genannt wurden. Dafür spricht auch , daß sich Katharina bereits mit sieben Jahren gelobte als Jungfrau zu leben. Dieses monastische Ideal wurde von ihr mit einer solchen Festigkeit und Konsequenz vertreten, die keinen Zweifel daran lassen, daß hier Impulse aus früheren Leben weiterwirkten.
Ihren Entschluß setzte sie gegen den Willen ihrer Eltern durch (was dazumal viel mehr bedeutete als heute), die sie mit zwölf Jahren verheiraten wollten. Sie schnitt sich selbst die Haare ab, um dem Ansinnen der Eltern zu widerstehen. Es ist nicht nötig, hier das weitere Leben der Hl .Katharina von Siena zu schildern, da es nur darum geht, in der Kindheit aufzuzeigen, wie hier Persönlichkeitskräfte wirksam sind, die so überhaupt nicht kindgemäß sind und deshalb von woanders herrühren müssen.
Ein weiteres Beispiel dafür ist der christliche Sadhu
Sundar Singh (1889 - ?),
der auf seiner Europareise in den zwanziger Jahren wegen seiner Christusähnlichkeit bei vielen Menschen einen unauslöschlichen Eindruck hinterließ.
Mit sieben Jahren kannte er bereits die gesamte Bhagavadgita auswendig. Aber weit bemerkenswerter ist, daß er bereits in diesem Alter ein Gottsucher war. Diese Suche gewann eine schier unerträgliche Intensität, die, da bisher nicht zu einem Ergebnis führend, am 18.12.1904 (Im Alter von 15 Jahren) in dem herausfordernden Entschluß gipfelte, seinen Kopf auf die Schienen zu legen, sobald der Fünfuhrzug vorüberkam, wenn Gott sich ihm nicht endlich offenbare. Er verbrachte die Nacht im Gebet, in der Hoffnung Frieden zu finden.
Um halb fünf Uhr gewahrte er ein großes Licht, so daß er dachte, das Haus stünde in Flammen. Und dann erschien ihm im Licht Jesus Christus. Das bedeutete für ihn den entscheidenden Durchbruch, denn von diesem Augenblick an verlor er niemals wieder den inneren Frieden, auch nicht in den schlimmsten Situationen, und fortan lebte er in beiden Welten, der sichtbaren und der für die Mehrzahl der Menschen noch verborgenen Wirklichkeiten. Wunder begleiteten von nun an sein Leben als natürliche Folge dieses Geschehens.
Eine Wiedergeburt im Sinne des Bewußtwerdens des Ewigen im Menschen und einer daran knüpfenden Orientierung, behaupten auch viele Christen erlebt zu haben. Es gibt auch keinen Grund, daran zu zweifeln, und doch sind die Auswirkungen bei ihnen unvergleichlich geringer. Das könnte entmutigen, wenn man nicht wüßte, daß sie eben auch nicht mit solcher Inbrunst wie die Heiligen nach göttlichem Leben gestrebt haben. Es sind nach den Worten Jesu die Starken, die das Himmelreich an sich reißen . Der Sadhu gehörte zu ihnen. Die Wurzel für dieses intensive Streben ist auch bei ihm nicht im bekannten Erdenleben zu suchen.
Einen ähnlichen Durchbruch in andere Dimensionen gelang auch
George Fox (1624-1690),
der Initiator jener Bewegung, die als die "Quäker" bekannt wurde.
Als Kind war er bereits ungewöhnlich ernst und von großer Stetigkeit im Denken und Fühlen. Im einundzwanzigsten Jahr, nach großer innerer Bedrängnis, fühlte er sich wie neu geboren. Ihm schien, als habe sich nicht nur sein Gesichtsausdruck, sondern der ganze Körper gewandelt und neu geformt. Ins Tagebuch schrieb er: "Jetzt war ich geistig durch das flammende Schwert hindurch in Gottes Paradies gekommen. Alles war neu geworden, und die ganze Schöpfung strömte für mich einen anderen Geruch als zuvor aus, was wahrlich unsagbar war. Ich kannte nur noch Reinheit und Unschuld und Rechtschaffenheit, denn ich war durch Jesum Christum zum Bilde Gottes wiedergeboren worden, zum Zustande Adams vor seinem Sündenfall." Fortan wirkte Fox in großer Geisteskraft. Auch hier begleiteten zahlreiche Wunder sein Leben.
Es lohnt sich weitere Heiligenbiographien auf Impulse zu untersuchen, die nicht aus dem gegenwärtigen Erdenleben stammen können. Noch besser ist es allerdings unsere Lebensausrichtung zu überdenken. Denn wenn wir nicht heil nach Seele und Leib - also Heilige - werden, wird das "Rad der Geburten", wie der Wechsel von einem Erdenleben zum anderen genannt wird, sich weiter drehen und unter dem Vorzeichen des Leides stehen.
© M. R.
http://geheimnisdesmenschen.blogspot.com/2008/06/buch-zum-thema-reinkarnation.html
Sind Reinkarnation und christlicher Glaube miteinander vereinbar?
In unserer Zeit glauben immer mehr Menschen an die Reinkarnation. Sie sind davon überzeugt, daß der Mensch nach einem Aufenthalt im Jenseits immer wieder auf die Erde zurückkehrt. Ursache dafür sei die karmische Notwendigkeit. „Karma", ein Sanskrit-Begriff, hat die Bedeutung von „tun", „handeln" und meint hier die Wirkung, die Folge eines Tuns. Ist das Handeln eines Menschen dieser Welt verhaftet, sei es durch Begierden, Haß und so weiter, drängt die eigene Seele nach dem Tod zur Rückkehr in diese Welt. Erst dann, wenn in einem Erdenleben alle Verhaftungen gelöst, wirkliche Losgelöstheit erreicht wurde, ist eine Rückkehr in diese Welt nicht mehr notwendig. Sie kann aber weiterhin freiwillig erfolgen, um anderen Menschen bei der Loslösung zu helfen. Gute Taten schaffen nach dem Glauben der Reinkarnationsanhänger bessere Schicksalsvoraussetzungen in den folgenden Erdenleben, während schlechte Handlungen entsprechend negative Bedingungen verursachen.
Nach Ansicht vieler Theologen (Frei, Küng, Aichelin, Hummel und andere), die sich mit der Reinkamationsproblematik auseinandergesetzt haben, seien Christentum und Reinkarnation unvereinbar. Diese Auffassung kann ich nicht teilen. Sie steht meines Erachtens auf sehr schwankenden Füßen. Im Rahmen eines Aufsatzes kann ich natürlich nicht auf die sehr divergierenden Argumente der Reinkarnationsgegner Im theologischen Lager eingehen. Vielmehr möchte ich skizzenhaft aufzeigen, daß die Reinkarnationsthematik keinen Widerspruch seitens der Bibel erfährt, ja ihr sogar implizit zu sein scheint.
Herkunft der Seele klären
Von entscheidender Bedeutung für die Frage nach der Wiederverkörperung (Reinkarnation) ist die Frage nach der Herkunft der Seele. Der Kreatianismus, von der katholischen Kirche als verbindlich gelehrt, besagt, daß Gott jede einzelne Seele aus dem Nichts erschaffe und mit den durch Zeugung verschmolzenen elterlichen Zellen verbinde. Der Traduzianismus (oder auch „Generatianismus" genannt) lehrt die Leib-Seele-Einheit und leistet damit der Ganztodtheorie Vorschub. Die Seele entstehe durch die Zeugung und vergehe - zumindest nach der Ganztodtheorie - mit dem Tod. Dieser Materialismus hat meiner Meinung nach keinerlei biblischen Rückhalt. Für unsere Fragestellung kommt deshalb nur der Kreatianismus in Betracht.
Unverständlich bleibt bei dieser Anschauung allerdings, was Gott veranlassen könnte, einmal gute und schöne Seelen zu schaffen und ein andermal offensichtlich böse und mißgebildete?! Es ist ja eine offensichtliche Tatsache, daß Menschen mit geistig-seelischen Defekten geboren werden und herausragende psychische Eigenschaften (zum Beispiel Autismus) schon im Kleinkindalter auftreten. An der Ratlosigkeit gegenüber solchen Fragen und denen nach dem schicksalhaften Umfeld scheiterte bisher jegliche Theodizee.
Ganz anders wird es, wenn man klar zwischen der Vollkommenheit Gottes und des Menschen Verderbtheit unterscheidet. Dann ist es allerdings unmöglich, daß Gott unvollkommene Seelen schafft. Der Kreatianismus behielte seine Gültigkeit lediglich für den Anfang der Menschheitsgeschichte.
Widersprüchliche Tendenzen machen Ausgleich erforderlich
Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde und Gleichnis (Gen. 1,26), also doch sicher auch als „reine Seele", als „unbeschriebenes Blatt", also ohne besondere charakterliche Prägung und von Wissen und Erfahrung noch unberührt. Erst nachdem die Menschen in die Welt entlassen wurden und namentlich nach dem Sündenfall (Gen. 3), als sie in die Lage versetzt wurden, ihr spezielles Verhältnis zu Welt zu finden, konnten sich durch diese Wechselwirkung Charaktere und Individualitäten entwickeln. Als „Eigentum der Seele" bleiben diese „Spezifika" vom physischen Tod unberührt (Lk. 16, 19-26). Die Seele, nun erst wahrhaftig individuell geworden, kehrt damit aber nicht zu ihrem Ursprung zurück. Nicht alles, was in ihr lebt, kann das Licht vertragen. Auch sind in ihr widersprüchliche Tendenzen vorhanden, ja entstehen zum Teil erst jetzt, und machen einen Ausgleich erforderlich.
An Jesu Erzählung vom reichen Mann und armen Lazarus (Lk. 16,19-31) möchte ich das verdeutlichen: Als Folge seines selbstbezogenen, in irdischen Vergnügungen aufgehenden Lebens leidet der reiche Mann im nachtodlichen Dasein (V. 23), während der arme Lazarus „getröstet wird" (V. 25). Dieser Vorzug des Lazarus wird nicht religiös im Sinne echten Glaubens und Lebens begründet, sondern nur damit, daß es ihm im irdischen Leben schlecht erging (V. 25). Ihm war das irdische Leben eine Läuterung, die ihn von Begierden (weitgehend) befreite, da er ohnehin auf keine Erfüllung hoffen konnte. Der Tod befreite ihn von seinen Leiden. Er war für Ihn eine Erlösung, während der reiche Mann an seinen Vergnügungen hing (Mt. 6,21), an deren Ausübung er nun gehindert war. Das bereitete ihm die Qual. Aber weder der reiche Mann noch der arme Lazarus waren völlig böse beziehungsweise gut. Die Entwicklung beider kann deshalb noch nicht zu Ende sein.
Vielmehr wird, ausgelöst durch die Qual, beim reichen Mann ein selbstloser Impuls offenbar (V. 27). Es beginnt sich also Gutes in ihm zu entwickeln. Kann auch im Jenseits die Kluft nicht überschritten werden (V. 26), so kann sie es doch im Erdenleben. Sollte Gott dem Menschen diese Chance verweigern, solange noch ein Fünkchen Hoffnung ist? Die Antwort darauf ist sicher „nein"! (Jes. 42,3; Mt. 12,20)
Strukturierte Seelen prägen das genetische Material
Solange der Mensch nicht völlig im guten oder bösen vollendet ist, kämen, also auch im biblischen Sinne, Seelen in die irdische Verkörperung, die ihre in früheren Erdenleben begonnene Entwicklung fortsetzen oder eine neue Richtung einschlagen. Wir hätten es in jedem Fall mit bereits strukturierten Seelen zu tun, mit Seelen, die bereits gewisse Veranlagungen, Dispositionen, Impulse auf Grund ihrer bisherigen Erfahrungen in irdischen und nachtodlichen Leben mitbringen. Von ihnen würde das genetische Material geprägt. Exemplarisch wird das an biblischen Gestalten deutlich, bei denen der
Lebenslauf schon vor der Geburt eben durch jene Prägungen in einem gewissen Rahmen prädestiniert ist (Gen. 25, 22-26; Jer.1,5; Lk. 1,13-17).
Die Reinkarnation kann aber nicht nur von der Herkunft des Menschen, sondern auch vom Ziel biblisch begründet werden. Das Ziel ist die Aufhebung des Todes (1. Kor. 15, 26), der nach der Bibel kein biologisches Problem ist, sondern durch die Sünde herrscht (Rö. 5, 12, 17, 21). Der Mensch ist „tot" in "seinen Übertretungen und Sünden" (Eph. 2,1) und erleidet als deren Wirkung auch den physischen Tod. Zum besseren Verständnis muß ich kurz das Geschehen beim Sündenfall (Gen. 3) streifen.
Erkenntnistrieb richtete sich auf das Nicht-Seiende
Der Mensch erkannte das Da-Seiende (Gen. 2,20.23). Das war das Gute, Erlaubte. Der Tod an sich hat kein Sein und damit auch kein Da-Sein. Der Erkenntnistrieb des Menschen war auf das Nicht-Seiende gerichtet, nachdem er das Da-Seiende erkannt hatte (Gen. 3,6). Doch wo nichts ist, kann auch nichts erkannt werden. Das fällt uns heute leicht zu sagen. Für den damaligen Menschen bedeutet es eine existentielle Krise, unter der wir heute noch zu leiden haben. Warum? Nichts erkennen zu können und nicht begreifen können was das ist, nicht zu erkennen, war ein Schock.
Der Mensch stand plötzlich einem Fremden gegenüber, das er sich „rational" nicht erklären konnte. Es war für ihn das schlechthin Irrationale. Sein Erkennenkönnen, das bisher immer „funktionierte", versagte plötzlich. Dadurch fühlte sich der Mensch, dessen Existenz sich als Erkennender vollzog, ohnmächtig, „nackt". Die Wirkung' war eine irrationale Angst, die sich auf alles und jedes erstrecken konnte. Die „Urangst", die „Todesfurcht" war in ihm geboren und hielt ihn in Knechtschaft (Hebr. 2,15). Das Leben selbst ist Bejahung (sonst wäre es nicht).
Furcht ist Verneinung. Mit der Furcht bekommt der bis dahin nichtexistierende Tod eine gewisse Realität. Sie besteht darin, daß die sich ängstigende Psyche - durch die Angst selbst schon im Gegensatz zum Leben - der Bewußtseinstrübung (Finsternis) verfällt. Durch Bestrebungen und Absichten, die nicht mit dem eigenen Organismus und der Umwelt harmonieren, verursacht sie Störungen im eigenen Organismus (= Krankheiten) und der Umwelt.
Diese Disharmonie bewirkenden Inhalte der Seele sind die „Übertretungen und Sünden" (Eph. 2, 1). Heil an Leib und Seele kann deshalb der Mensch nur dann werden, wenn den sündigen Inhalten der Seele die Grundlage entzogen wird. Dann sterben sie ab. Es kommt nicht mehr zu Handlungen, die Disharmonie bewirken.
Die Lösung des Todesproblems
Prinzipiell ist der Sünde durch Jesu Triumph über den Tod die Basis entzogen worden. Sinnenfällig wurde durch die Auferstehung gezeigt, daß der Tod eine Illusion, eine Lüge ist, die freilich solange wirksam ist, solange sie nicht als solche durchschaut wird. Jesu Tod und Auferstehung bedeutet deshalb Lösung des Todesproblems und damit Er-lösung des Menschen.
Diese wird für die Seele allerdings nur dann manifest, wenn der Glaube an die Erlösung höchste Priorität gegenüber allem Innerweltlichen bekommt und so
die unbewußte Fixiertheit der Seele auf die Angst löst (Mt. 6,21; Joh. 16,33; Kol. 3,2). Die Erfahrung zeigt, daß dieser Prozeß der Wandlung in der Regel nicht in einem Erdenleben abgeschlossen ist.
Über die real von allen sündigen Inhalten befreite Seele vermag schließlich der Geist Gottes den physischen Leib in die Verwandlung einzubeziehen. Der Auferstehungsleib wäre schließlich das Ende auch des physischen Todes.
Nach meinen Ausführungen erwiese sich die Reinkarnation auch im biblischen Sinne als Rahmen des Daseins, in dem der Weg zum Heil oder zum Unheil beschritten und das Ziel erreicht werden kann.
Sind die Polaritäten innerhalb eines Menschen beseitigt, das heißt, wäre er realiter im Guten oder Bösen vollendet, gäbe die Reinkarnation keinen Sinn mehr. Sie hätte dann für ihn persönlich ein Ende.
© M.R.
http://geheimnisdesmenschen.blogspot.com/2008/06/buch-zum-thema-reinkarnation.html
Abonnieren
Posts (Atom)